Ulmer Uhr über den Wolken

Ulmer Uhr über den Wolken

Ein Bericht aus der SWP

Da war es von Vorteil, dass Rainer Merath von Juwelier Kerner selber passionierter Flieger ist. Nach langem Vorlauf ist es ihm gelungen, für die aus seiner Sicht vielleicht bekannteste Eurofighter-Flugstaffel – das taktische Luftwaffen-Geschwader „Richthofen“ in Wittmund (Ostfriesland) – eine weltweit auf nur 50 Stück limitierte Armbanduhr in Zusammenarbeit mit der Schweizer Uhrenmarke Breitling zu produzieren.

Diese Uhr wird inzwischen von fast allen Piloten des Geschwaders auch in der Pilotenkanzel getragen, berichtet Merath stolz. Er beschreibt die Flieger-Uhr wie folgt: Sie zeigt auf der Zifferblattseite den Eurofighter mit Natostern und dem berühmten Richthofen-R . Seitlich die Unterschrift von Manfred Freiherr von Richthofen, deutscher Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und bekannt als der „rote Baron“. Auf der Rückseite ist der originale Dreidecker abgebildet, den er damals geflogen hat. Merath berichtet nach seinem Besuch bei der Staffel, die auch die Alarmrotte für den norddeutschen Raum bildet, und ihrem Kommodore Oberst Kai Ohlemacher: Noch nie wurde für eine solche Staffel eine so kleine und exklusive Uhrenserie produziert. Eine ähnliche Uhr gab es zuvor nur für das Geschwader Bölcke. Die Entwürfe dafür stammen übrigens von Merath und seinem Grafiker und wurden dann mit Breitling in Hinsicht auf die technische Machbarkeit abgestimmt. Die „Richthofen“ kam nicht nur bei den Eurofighter-Pilolten gut an, so dass die Serie nach Meraths Worten restlos ausverkauft ist.

Der Ulmer Juwelier wollte eigentlich selber Pilot werden und hat den Flugschein dann vor 20 Jahren nachgemacht. Er fliegt eine Piper PA 18 Super Cub Busch-Maschine, die in Erbach stationiert ist. Damit hat Merath sogar den Alaska-Buschflugschein gemacht und ist somit auch im Besitz einer amerikanischen Flugerlaubnis. Außerdem hat er den österreichischen Gebirgsflugschein und darüber hinaus den europäischen Schein (European Mountain Pilots). Mit seiner Maschine war er zuletzt sogar bei einen Flugtreffen in England und hat den Ärmelkanal überflogen. Die Freundschaft unter den Piloten sei international besonders eng.

Foto: René Spielmann